Whisky und Zigarren ist ein altes Thema

 

Wir haben es gestern abends neu aufgelegt und das mit den wirklich allerneuesten am österreichischen Markt  erhältlichen Spielzeugen dazu.

Die Zigarre: Oliva Serie V Ligero Expecial im Format double Robusto

Der Whisky: Ardbeg Galileo, 12y, 49% limitierte Originalabfüllung

Nur wenige Kisten dieser nicaraguanischen  Zigarre haben die heimischen Spezialtrafiken erreicht. Das leicht ölig wirkende Deckblatt erweckt den Eindruck eines Schwergewichtes. Der Duft erinnert an Kaffee und Leder. Die ersten Züge sind voll und überraschend mild. Etwa nach dem ersten Drittel beginnen Schokoladenoten zu dominieren und die Zigarre wirkt plötzlich etwas kräftiger. Sie brennt gleichmäßig ab und die Asche hält gut (> 3cm). Im letzten Drittel legt sie nochmals zu, ohne jedoch heißer oder schärfer zu werden. Bis zum letzten Zug bleibt sie angenehm und würzig und mit € 9,- das Stück schmerzt auch der Preis nicht. Einer der besten Zigarren, die wir 2012 bisher probieren konnten.

Die neue Ardbeg Abfüllung (von der einige Moleküle warum auch immer) vorab in die Raumstation ISS geschickt wurden, ist in dieser Woche in Europa verteilt worden. Nach Österreich haben es ganze 15 Kisten geschafft, von denen mehr als die Hälfte schon vorbestellt waren. Man kann also davon ausgehen, dass der aktuelle Vorrat nur noch wenige Tage lang reichen wird.

Die überwiegende Reifung in Marsala-Fässern, kombiniert mit First-Fill Bourbon Fässern zeigt sich in der Farbe, wo das sonst übliche Bernstein einen leicht rötlich-orangen Stich hat, was den Whisky hell strahlend aussehen lässt. Der anfangs etwas verhaltene Duft entwickelt sich rasch zu fruchtigen Höhen mit frischen Pfirsichen, Trauben u.ä.  Die größte Überraschung ergibt sich aber am Gaumen. Mild und weich mit leichten Torftönen präsentiert sich dieser Single Malt als sanfte Raubkatze und somit ganz anders als die letzten Ardbeg Hämmer, die teilweise ja nur mehr für die eingefleischten Fans einen Genuss darstellten.

Die 49% sind perfekt abgestimmt: nicht zuviel, um die zarten Aromen nicht zu stören und nicht zu wenig, um einen anhaltenden Nachklang am Gaumen zu hinterlassen.  In einer Blindverkostung würde die Abfüllung schwerlich als Ardbeg erkannt werden, wohl aber als voll fruchtiger und gleichzeitig leicht rauchiger Malt, der alles mitbringt was einen exzellenten Whisky ausmacht. Eine großartige Abfüllung, die Ardbeg endlich auch jenseits der eindimensionalen Torfbomben ansiedelt. Mit € 98,- kein Schnäppchen, aber für einen schönen Abend jeden Cent wert.

Kommentare sind abgeschaltet.