Kurioses aus Übersee

 

Whisky und Steuern

In Schottland eine unendliche Geschichte, die aber meist nur darin gipfelte, mehr vom steuerpflichtigen Stoff zu verstecken, als dem Steuereintreiber offiziell zu präsentieren.  In Amerika hingegen floss deswegen Blut, und das nicht zu knapp. Als 1791 die noch junge amerikanische Regierung dringend Geld brauchte, wurde schnell ein Bundesgesetz erlassen, das eine Steuer auf Whisky vorsah. Abgehoben vom wirklichen Leben waren Politiker offenbar schon immer, denn sie übersahen dabei völlig, dass  der Whiskyhandel vorwiegend ein Tauschgeschäft war, bei dem kein Geld ins Spiel kam. Womit sollten also die Farmer die Steuern bezahlen? Noch dazu diente die Produktion von Whisky nicht primär der Förderung des Genusses, sondern war aus der Not heraus entstanden. Die mangelnde Infrastruktur machte den Transport für Getreide nahezu unmöglich. Erst in seiner „veredelten“ Form als Whisky konnte das Produkt die langen Transportwege und die notwendige Zwischenlagerung einigermaßen überstehen.  Das und die Tatsache, dass Großproduzenten mit niedrigeren Steuern belohnt wurden und die kleine Farmer viel mehr zahlen sollten (Antikes Lobbying), führte zu einem Aufstand – der Whisky Rebellion.

Anfangs protestierten die Farmer nur, dann wurden Steuereintreiber geteert und gefedert. Die Sache eskalierte rasch, sodass Präsident George Washington persönlich eine Armee mit 13.000 Mann nach Pennsylvania führte, um die Farmer zur Räson zu bringen. Nachdem die Rebellen noch schnell das Haus des obersten Steuerinspektors, Brig.Gen. John Neville niedergebrannt hatten, verlief sich der Aufstand, der immerhin drei Jahre gedauert hatte. Die strittige Steuer aber wurde erst 1801 wieder abgeschafft.

Die kanadische Zehe

Man kennt chinesische Schnapsflaschen, die exotische Tiere in Alkohol eingelegt mitbringen. Schlangen, Lurche, Eidechsen und ähnliches Getier schwimmt – meist groß genug, dass es nicht durch die Öffnung mitausgeschenkt werden kann, in der Flasche.  Gefährlicher wird es schon beim mexikanischen Mezcal, dem oft eine Mottenraupe „beigelegt“ wird. Die ist klein genug, um mit ins Glas und damit in den Mund zu schwappen. Ursprünglich als Qualitätsmerkmal gedacht (komplette Raupe=guter Alkohol, zersetzte Raupe=schlechter Stoff), wurde es bald zum Marketinggag.

SourtoeKanadier sind anders. In einer Bar in Dawson City, im Downtown Hotel, kann man einen Shot Whisky bestellen, in dem eine menschliche Zehe schwimmt. Die darf zwar nicht mitverschluckt werden, muss aber die Lippen berühren, wenn man das zugehörige Zertifikat für diese Leistung bekommen möchte. Ein amerikanischer Tourist hat nun aber genau das Verbotene getan und die Zehe absichtlich geschluckt. Die damit verbundene Strafe – USD 500,- hat er angeblich ohne mit der Wimper zu zucken bezahlt und das Lokal verlassen. Für die Zehe, die in Trinkpausen zur längeren Haltbarkeit immer in Salz gelagert wird, gibt es aktuell noch eine Reservezehe, aber an die Einwohner im Yukon-Territorium ist bereits ein Aufruf um eine Zehenspende ergangen – zum Beispiel als Folge eines Rasenmäherunfalls oder so, Hauptsache anonym, um lästige Nachfragen zu vermeiden…

„You can drink it fast, you can drink it slow, but your lips must touch the toe“   –  und hier das Video, um zu lernen, wie die Sache korrekt abläuft:

The Sour Toe Cocktail in Dawson City – Yukon Territory, Canada

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