Islay Tag 4

Samstag, 19.Mai – blauer Himmel, 20 Grad und (fast) windstill – idealer kann dieser Tag gar nicht beginnen. Der Vormittag dient den letzten Vorbereitungen und um 14:00 machen wir uns auf den Weg nach Finlaggan, dem ehemaligen Sitz der Lords of the Isles, die über 400 Jahre lang mehr oder weniger unabhängig von schottischen oder gar englischen Königen über die inneren Hebriden herrschten. Schon 2500 Jahre davor wurden dort Zeremonien aller Art abgehalten und heute wird der mythische Platz den Hintergrund für unsere eigene Zermonie bilden. Angeführt von einem Piper legen wir den mehrere hundert Meter langen Weg vom Standing Stone oberhalb des Sees entlang des torfigen Baches über den Holzsteg auf die grosse Insel zurück. Dort erwartet uns mit Sharon McHarries der für Islay zuständige Registrar und erklärt wie eine Ehe nach schottischem Recht aussieht. Dann geht es auch schon los und das Eheversprechen wird mit den traditionellen Formeln abgelegt. Mit der Anam Cara Zeremonie wird anschliessend auch der alte keltische Brauch der Seelenverwandtschaft gepflegt und ein Quaich, das schottische Trinkgefäss der Clanchiefs, geht – mit dem Wasser des Lebens gut gefüllt – reihum. Das traumhafte Wetter lädt natürlich zum ausgiebigen Fotografieren ein, und erst als alle Speicherkarten voll und alle Akkus erschöpft sind, machen wir uns auf den Rückweg. Im Ballygrant Inn werden wir mit Champagner empfangen und ein aussergewöhnliches Buffet erwartet uns. Noch während wir die Vorspeisen geniessen (Seafood chowder, Haggis Balmoral, Lachsmousse) erscheint ein Überraschungsgast: Jim McEwan von Bruchladdich gratuliert mit einer Sonderabfüllung (21Jahre, Claret-Fass Finish) und einem alten Highlander-Toast in gälischer Sprache. Zwischen pochiertem Lachs, Langusten, Jacobsmuscheln, Honigschinken und Roastbeef unterhält uns mit Mary McGillivray eine Nachwuchsmusikerin, die nicht nur hervorragend Geige spielt, sondern mit ihrer tollen Stimme auch alte gälische Lieder beherrscht.
Nach dem Essen müssen die vielen Kalorien auch wieder abgearbeitet werden – am besten mit schottischem Countrydance. Schweisstreibend und auch für die Zuschauer unterhaltsam 🙂 von John Epps, unserem Freund aus Aberfoyle, unterrichtet. Das Ceilidh endet erst, als der wirklich allerletzte Whisky getrunken und alle einheimischen und zugereisten Gäste endgültig auf dem Heimweg sind.

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