...Helmut „McSchuly“ Schulhofer, der als Hausherr das Steirerpub von 19:00 bis 23:00 dafür auch exklusiv zur Verfügung stellte. Und diese Zeit brauchten wir auch. Obwohl wir im Zuge eines Vorbereitungsgespräches während einer Exkursion zur Fa.Berglandmilch in Voitsberg schon eine Vorauswahl getroffen hatten, war jede Menge Käse vorbereitet. Ing.Josef Stiendl, Käsesommelier und Leiter der Käseakademie, hatte vorsorglich alles mitgebracht, was in Österreich so am Markt zu finden ist.

Von der Whiskyseite her waren einige der Classic Malts der Fa.Diageo vorgesehen, verstärkt durch einen Cardhu Pure Malt und einen 10jährigen Arran aus dem Jahr 1996, der uns als Begrüssungswhisky dienen sollte. Zwar etwas rauh am Gaumen, erfüllte er doch seine Aufgabe zur Kalibrierung unserer Geschmacksknospen ganz ausgezeichnet. Ein feincremiger Rollino mit zartem Kräutergeschmack unterstützte ihn dabei.
Nach einer kurzen Begrüßung der etwa 25 Gäste, ging es los. Zum ersten Single Malt, einem 15jährigen Dalwhinnie hatte der Käsesommelier gleich drei Kostproben vorgesehen: zuerst ein affinierter Camembert mit leichtem Champgnonduft und gerade am Höhepunkt seines Reifezyklus, gefolgt von einem milden Kaisertaler und schließlich ein leicht würziger Alpzierler, der im Mund förmlich zerschmolz. Die fruchtige Süße des Highland Malts ergänzte alle drei Käsesorten aufs Beste.
Interessant auch gleich der zweite Whisky, ein Oban von der Westküste, der mit seinem frischen Torfgeschmack einen komplett anderen Eindruck vom Alpzierler, den wir hier gegenverkostet hatten, erzeugte. Ein kräftig-würziger St.Patron und der Schärdinger Rauchkäse harmonierten ebenfalls mit diesem etwas salzig-trockenen Whisky.

Zwischendurch gab es immer wieder Doppelconferencen mit jeder Menge Erklärungen und Tips nicht nur zum Käse selbst, sondern auch zum richtigen Käsegenuss, gleichzeitig kamen dabei auch die Geschichten und Anekdoten aus der Whiskywelt nicht zu kurz.
Der Cardhu Pure Malt, ein voller und üppiger Speysidewhisky verlangte auch nach entsprechend kräftigen Käsen: ein würziger Moosbacher, weiters der mit Weingeläger gereifte Weinkäse und - mindestens ebenso üppig wie der Whisky - der Kärntner Rahmlaib, waren hier durchaus ebenbürtig.
Schließlich kamen die schweren Inselwhiskies. Zuerst der 10jährige Talisker, rauchig und malzig zugleich, mit seinen Gewürzaromen ein richtiger Nachbrenner und perfekt als Digestiv geeignet. Hier mussten Intensivkäse herhalten: der Mondseer mit seinem kräftigen Aroma und der ebenfalls intensive LeRose.
Zum Abschluss dann der Islay-Malt Lagavullin, der ölig Eindrücke wie Torf, Rauch, Erde und Meer miteinander verbindet, und einen Duft nach Seegras in der Nase hinterläßt. Ein Roter Mönch mit Birne passte hervorragend dazu, dann ein Versuch mit Asmonte, dem Hartkäse im Stile des Parmiggiano (ohnehin zu 90% nach Italien verkauft), der ebenfalls bestens harmonierte. Der Letzte in der Runde war am Ende der Österkron, der als Blauschimmelkäse fast schon eine historische Bindung (die Auld Alliance, aber das ist eine andere Geschichte...) zu diesem schweren Whisky hat.
Eine gelungene Veranstaltung mit viel Applaus von den Teilnehmern bedacht, die sicherlich irgendwann eine Fortsetzung haben wird.
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