Feis Ile 2010 |
| am 05 Jun 2010 |
Gleich zu den Bildern:
Samstag - 29.5. Sonntag 30.5. Montag 31.5. Dienstag 1.6. Mittwoch 2.6.
Donnerstag, 3.6. Freitag, 4.6. Samstag, 5.6. Sonntag, 6.6.
Das jährliche Festival für Musik und Malt(whisky) auf Islay hatte schon lebhaftere Zeiten und größeren Andrang erlebt. Dabei war das IWCA so zahlreich wie noch nie zuvor auf die Insel gereist. Mit Christina, Dolly, Karin und Nassim war der Damenanteil rekordverdächtig und die Herren Alexander, Ekkehard, Gerald, Kurt, Rainer und Manfred waren zum Teil ja Wiederholungstäter.
Nach der, Dank British Airways, zum Teil mühsamen Anreise stellte sich das Fest bei Bruichladdich am Sonntagnachmittag gleich als einer der Höhepunkte dar. Dort wurde alles aufgeboten, was dazu gehört: ein strahlend blauer Himmel, die Islay Pipe Band, Highland-Tänzerinnen, gälischer Gesang, Robin Laing mit seinen Balladen auf der Gitarre, Cocktails auf Whiskybasis, jede Menge Drams und letztlich sogar James McEwan...
Am Abend war das Gathering der Friends of Laphroaig natürlich Pflicht. Die Gummistiefel – zusammen mit eigens entworfenem Glas und Whiskyminiaturen in Taschen gepackt– waren nach Ländern geordnet und wurden von den 300 FOL’s begeistert angenommen.
Eine Wanderung zu den Klippen nahe dem Mull oft Oa genügte anderntags, um unsere Köpfe auszulüften. Die Kultur kam mit einem Besuch des Kildalton Cross auch nicht zu kurz. Laphroaig zeigte sich extrem großzügig am eigenen Tag. Whiskyproben aller gängigen Abfüllungen wurden ausgeschenkt, und Graham Harvey, Autor von „The Whisky Kitchen“ und Restaurantbesitzer, demonstrierte vor Publikum nicht nur was man aus Blutwurst, Jakobsmuscheln und Laphroaig so machen kann, sondern wir durften das Ergebnis auch gleich probieren.
Apropos Ardbeg – am nächsten Morgen ging es wieder früh hinaus. Treffpunkt war der Parkplatz in der Destillerie, wo schon Jim, unser Bergführer, auf uns wartete. Ausgerüstet mit großer Umhängetasche stapfte er mit uns die Hügel gegenüber hinauf. Airigh nam beist, eine der Quellen Ardbegs war unser Ziel. Immer schneller wurde das Tempo, je höher wir hinaufkamen. Die ersehnte Belohnung aus der Umhängetasche trieb uns vorwärts. Endlich erreichten wir Solam, ein ehemaliges Dorf, dessen Bewohner alle an der Pest verstorben waren. Als makaberen Ausgleich zauberte Jim frische Austern aus seiner großen Tasche, die wir mit Rollercoaster, Supernova und Uigeadail würzten…
Nachmittags sind wir in Bowmore, um den Tag der offenen Tür dort zu genießen. Wir sind erstaunt, nichts ist los, es herrscht gähnende Leere. Nur ein Raum, gleich hinter dem Shop ist vorbereitet, Verkostungsraum und Minimuseum zugleich. Die Mitarbeiter sind vorwiegend am Umsatz interessiert. Eine Dreier-Probe aus irgendeiner Edition kostet umgerechnet mehr als € 25,- bei einem Einzelflaschenpreis von ca. € 100,-. Statt wie üblich einer gibt es insgesamt vier(!) sogenannte limitierte Festival-Abfüllungen – als Sammler käme da man schon ins Schwitzen und als Festivaltourist fühlt mach sich leicht abgezockt.
Donnerstag ist unser Großkampftag. Die Unsitte, dass viele Besucher die limitierten Festivalabfüllungen nur kaufen, um sie dann möglichst gewinnbringend über eBay wieder zu verkaufen, zerstört die ursprüngliche Idee des Festivals und hat Schlafentzug zur Folge. So stellen wir uns wie viele andere schon um 06:00 morgens in Kilchoman an, um einige der besonderen Flaschen zu bekommen. Um 09:30 sind es bereits mehr als 300 Menschen, die sich um die 250 angekündigten Flaschen buhlen. Eine Stunde später sieht man glückliche und enttäuschte Gesichter.
Am Freitag kamen wir spät nach Bunnahabhain. Zu spät für die berühmten Burger, die mittags vom Islay-Schwimmteam dort gebraten werden. Ausgeschenkt wurde der 12jährige Single Malt und die Black Bottle, die jetzt eigentlich Green Bottle heißen müsste, nachdem die Produktion des 10jährigen Blends in der schwarzen Flasche eingestellt worden war.
Samstag war für die meisten von uns der Tag des Abschieds von der Insel. Zuerst hieß es aber noch an Ardbegs traditionellem Tag der offenen Tür teilzunehmen. Das Wetter hatte gedreht, gerade so als ob uns die Insel schon loswerden wollte. Es nieselte ständig, und ein kalter Wind ließ die etwa 200 Ardbeg-Besucher frösteln. Für eine kleine Eintrittsgebühr gab es ein Glas in neuem gewöhnungsbedürftigem Design und Gutscheine, die man entweder für Whisky eintauschen oder bei Geschicklichkeits- und Glücksspielen verwenden konnte. Die Festivalabfüllung war in einer Stunde ausverkauft, nachdem Ardbeg den ursprünglich vorgesehenen Preis dafür nach heftigen Protesten noch in letzter Minute halbiert hatte. Diejenigen von uns, die noch eine Nacht auf Islay verbrachten, vergleichen die Abfüllung mit dem alten 17jährigen Ardbeg, den es nunmehr seit fast 10 Jahren nicht mehr gibt.
Den Sonntag verbrachten wir bei strahlendem Wetter zuerst in Doune Castle, allen Monthy Python Freunden ein Begriff als Kulisse des Films "Die Ritter der Kokosnuss". Dann ging es weiter nach Edinburgh, wo wir aufgeteilt in Neigungsgruppen sightseeing, shopping oder beer-drinking wählten.
Zusammengefasst war es ein ruhiges Festival. Das schöne Wetter lud uns zu ausgedehnten Wanderungen auf der Insel ein und die Whiskyevents bescherten uns zwar neue aber bestätigten auch alte Erkenntnisse. Wir freuen uns schon auf Feis Ile 2011.