Spezialtasting am Freitag, 27.Juli

 

anlässlich des 10jährigen Jubiläums des Whiskymuseums in Steyregg. Es gibt Abfüllungen aus den 1940er, 1950er, 1960, 1970er und 1980er Jahren – eine wohl einmalige Gelegenheit solche Whiskies zu verkosten.  Aktuell noch 4 Plätze frei – alle Details zu Anmeldung und Kosten im Kalender.

Mitfahr- und/oder Übernachtungsmöglichkeit!

Angels’ Share

 

Whiskyliebhabern bekannt als der (leider) verdunstete Anteil aus Holzfässern, der dafür sorgt, dass mit jedem Jahr Lagerung ein Single Malt zwar reifer und meist besser, aber auch weniger bzw. weniger stark wird. Wenn der Alkoholgehalt sich dann der 40% Marke nähert, wird es kritisch: entweder schnell abfüllen, um die gesetzlichen Mindestkriterien zu erfüllen, oder mit einem jüngeren Fass mit mehr Alkohol mischen und so eventuell unter seinem Wert verkaufen. Der Lagerchef einer Destillerie darf den Angels Share also nicht unterschätzen…

Seit wenigen Wochen gibt es einen Film mit dem gleichen Namen. Angels‘ Share ist eine etwas tragische Komödie über junge schottische Kleinganoven. Unter anderem spielt auch ein Fass Whisky eine Rolle, angeblich der beste Whisky der Welt und sein Name lautet „Malt Mill“.  Nun bis zum Jahr 1962 wurde tatsächlich so ein Malt Mill produziert und zwar auf Islay auf dem Gelände der Lagavullin Destillerie und von einem Mann, der einen Rechtsstreit über den Verkauf von Laphroaig Whisky verloren hatte. Seinem Naturell entsprechend beschloss Sir Peter Mackie  ab 1907 seinen eigenen Whisky zu erzeugen, einen „besseren Laphoraig“.  Trotz aller Versuche, einen typischen Islay Whisky zu machen, dessen Malz nicht nur mit reinem Torffeuer getrocknet wurde, sondern dem gerüchteweise sogar Heidekraut zugesetzt worden war, klappte das nicht. Wahrscheinlich war es das Wasser aus einer anderen Quelle, die eine Laphroaig-Kopie letztendlich verhinderte.  Trotzdem hielt sich die Marke einige Jahrzehnte, bis sie 1962 in Lagavullin komplett aufging. Der schottische Blend White Horse enthielt bis zu diesem Jahr einen großen Anteil Malt Mill. Wer so eine alte Flasche zu Hause entdeckt, sollte sich hier unbedingt melden …  Über Single Malt Abfüllungen aus dieser Zeit gibt es nur Legenden und wenige einzelne Flaschen in Sammlerhänden. Wie das mit Legenden so ist, wird der Blick im Laufe der Jahre immer verklärter darauf und irgendwann wird es der „beste Whisky der Welt“.

Vor einigen Tagen ist (pünktlich zum Filmstart in UK ;) plötzlich eine alte Flasche Malt Mill aufgetaucht. Georgie Crawford, die 34jährige Managerin der Lagavullin Destillerie hat sich – durch die Filmberichte animiert – an eine Flasche Whisky erinnert, die sie bei ihrer Amtsübernahme von ihrem Vorgänger übernommen, und wie dieser an einem geheimen Ort versteckt hatte. Welcher Mythos hinter dieser jahrzehntelangen Flaschenweitergabe steckt, wissen wir nicht, aber dieser Malt Mill wird ab sofort in der Rezeption der Lagavullin Destillerie (übrigens ein Teil der alten Malt Mill Gebäude) ausgestellt und kann damit von allen Islay Besuchern bewundert werden.

Ja, und der Film? Der wird im Oktober in den deutschsprachigen Kinos erscheinen – wir werden beizeiten eine Rezension an dieser Stelle veröffentlichen und sicherlich ein IWCA Kinoevent daraus machen J.

Laphroaig Golfbag zu gewinnen

Mark Gillespie, Betreiber des Whiskycast, einem  – wie der Name sagt – Podcast, in dem es um Whisky und Whiskey geht, verlost ein Laphroaig-Golfbag mit den Unterschriften des Destilleriemanagers John Campbell und des weltweiten Ambassadors Simon Brooking darauf. Dazu gibt es noch ein Set Laphroaig Golfbälle mit Tasche.

Was muss man dazu tun:  ein eMail genügt an “laphroaig@whiskycast.com” mit Angabe des Namens, Adresse, Telefonnummer und  – ganz wichtig – Alter (man muss über 21 sein, da die Verlosung über die USA läuft :) )

Ein paar Tage ist noch Zeit, die Ziehung findet am 30.6. um Mitternacht (New York Zeit) statt…

Bloomsday

Eigentlich kann man den Bloomsday nur in Dublin richtig begehen. Schließlich sollte man dabei zumindest versuchen, alle Stationen die Leopold Bloom, die Hauptfigur aus Ulysses, an diesem vergangenen 16. Juni erlebt hat, nachzuvollziehen. Wer es genau wissen will, muss sich wohl durch die etwa 1000 Seiten des Romans kämpfen… In der Praxis begnügen sich die Fans dieser Geschichte aber damit tagsüber ein Stück Zitronenseife zu kaufen und ein Gorgonzolabrot mit einem Glas Rotwein zu genießen, bevor es dann abends in die Pubs geht, wo Guiness in größeren Mengen getrunken wird.  Außerhalb Dublins kann man die Zitronenseife auch weglassen und gleich zum Bier kommen, z.B. in Graz im Molly Malone ab 18:00…

Vatertag Nachlese

 

Die Luft ist geschwängert von Testosteron und 2-Takt-Gemisch-Abgasen. 500 Enduro-Maschinen sind gerade gestartet und müssen jetzt 30km, steilste Abhänge, meterhohe Felsen, tiefe Schlammlöcher und unwegsame Waldstücke überwinden. Die drei Landrover Defender bewegen sich lautstark und mit kleiner Untersetzung durch das Gelände und bringen uns direkt zu den Schlüsselstellen der Strecke.  Über uns kreist der Hubschrauber mit den TV-Kameras und wir beobachten die beiden Führenden,  die sich einen 30m hohen und ca. 60° steilen Hang hinaufkämpfen.  Gleich danach ein Fahrer der daran scheitert,  nicht einmal oder zweimal – er probiert es immer und immer wieder,  stürzt den Hang herab und bleibt irgendwann entkräftet neben seiner Maschine liegen. Früher oder später ergeht es so den meisten Teilnehmern, die sich aus ursprünglich 1850 Startern für das härteste Enduro-Renner der Welt qualifiziert hatten. Letztendlich werden es weniger als 10 Fahrer sein, die den mörderischen Parcours überhaupt in der vorgeschriebenen Zeit schaffen – es ist das Red Bull Hare Scramble, das brutale Finale des Erzberg-Rodeos.

Nach 3 Stunden bringen uns die Defender gut durchgeschüttelt  zurück ins Tal und wir dürfen  so aufgewärmt selbst Hand anlegen:  350ccm KTM Enduros und 850ccm Polaris Quads warten auf uns, wir machen eine Tour ins Gelände!  Das Anlegen der Schutzpanzer, Spezialhosen und –jacken, der Stiefel und Helme dauert seine Zeit, aber dann geht’s los. Wir versuchen uns im leichten Gelände, es geht den Erzberg rauf und runter mit bis zu 80kmh auf Schotter und Schlamm… jetzt fließt das Adrenalin. Eine Stunde später sind wir komplett verdreckt wieder zurück, leicht erschöpft aber glücklich und wir verstehen die „Verrückten“  ein wenig besser… Wem das nicht reicht, dreht noch eine schnelle Runde mit einem Helikopter, dessen Pilot nichts auslässt: senkrecht nach oben, engste 180° Kurven, Sturzflug und Tiefflug im Gelände – er bemüht sich echt einen Eindruck zu hinterlassen!

Was das alles mit dieser Webseite und Whisky zu tun hat? Nun, die ersten 4 im Ziel waren Briten und der Sieger des Erzberg Rodeos heißt tatsächlich Jonnie Walker.  Es gibt langweiligere Vatertage und diesen Tag mit einem 10jährigen Laphroaig in Fassstärke (55.7%)  abends nochmals Revue passieren zu lassen, machte ihn erst so richtig perfekt

Unser 1.Fass

 

entwickelt sich prächtig. Vor 2 Wochen, während unseres Besuches auf Islay bekamen wir vom Kilchoman-Destilleriemanager John McLellan eine erste Probe aus unserem frischen Bourbon-Fass aus dem Jahre 2006.  Der Whisky ist mittlerweise 5 1/2 Jahre alt und zeigt nach John’s Aussagen enormes Potential.  Zur Zeit lässt sich noch nicht abschätzen, wieviele Jahre unser Destillat noch reifen muss um sich optimal zu entfalten, aber wir werden es verstärkt im Auge behalten und die weitere Entwicklung regelmässig prüfen.

Wer sich jetzt schon einen ungefähren Eindruck verschaffen möchte, kann dies mit der aktuellen Kilchoman Machir Bay Abfüllung, die u.a. im PotStill erhältlich ist, leicht tun:  dieser Vatted Malt enthält überwiegend 4jährigen Whisky, der unserem Fass ziemlich nahe kommt.

Übrigens: ab nächstem Jahr wird es noch interessanter, da werden unsere Bruichladdich-Fässer 3 Jahre alt, und es wird hoffentlich auch von dort erste Kostproben geben.

Ein Killervirus

 

wie die Zeitung Daily Express schreibt ist es eigentlich nicht, unangenehm sind die Folgen einer Infektion allemal: Durchfall und Erbrechen über einige Tage hinweg sind das Mindeste, das Angestellte, Gäste und Golfer des schottischen Gleneagles Hotel & Resort seit dem letzten Wochenende über sich ergehen lassen müssen. Die Anlage, die erst kürzlich zum besten Hotel und Spa in ganz Grossbritannien gekürt wurde und 2 Michelin Sterne besitzt, wurde vom Norovirus heimgesucht. Strengste Hygienemassnahmen und Quarantäne für die Angestellten sollen in Zusammenarbeit mit den lokalen Gesundheitsbehörden in Perth helfen, die weitere Ausbreitung der Viren zu stoppen. Gut, dass wir schon eine Woche zuvor aus dieser Gegend zurückgekehrt sind ;)

Ardbeg Day – in Graz

 

Wie kann man den Ardbeg Day feiern, wenn man keine Embassy mit der Sonderabfüllung in der Nähe hat?  Ganz einfach man trifft sich zu viert in einem gepflegten Garten und spielt Ardbeg-Crocket. Der Abschlag beginnt mit BLASDA, die zart getorfte Variante mit 40% passt perfekt für den Einstieg. Beim zweiten Tor lauert die erste Gefahr: AIRIGH NAM BEIST, kräftig-wuchtig mit 46% macht seinem Namen alle Ehre. Es folgt ein Höhepunkt: der ALLIGATOR, die limitierte Committee-Version mit voller, reifer, süßer Kraft, die ewig lange anhält. Dann die Richtungsänderung, es geht zurück  mit UIGEDAIL, eine vanillige Note, unterstützt von reifen Äpfeln und Sternanis. Die 54.2% kommen malzig-rauchig rüber und trotzdem wirkt er leicht. Nochmals eine Kurve, hier wartet der VERY YOUNG mit seiner brutalen Kraft, der erste Ardbeg, der nach der Neueröffung 1998 destilliert und 2004 mit 58.3% abgefüllt wurde. Wir sind kurz vor dem Ziel, der letzte Schlag bringt uns zum SUPERNOVA, die 58.9% lösen am Gaumen eine Phenolexplosion aus. Wir sind im Ziel.

Wer das Spiel gewonnen hat? Nun, das Ergebnis war jeweils indirekt proportional zur konsumierten Ardbeg-Menge und der Autor dieser Zeilen wurde wegen fortgesetzter Regelverletzungen aus der Wertung genommen ;)