Jede Menge Whisky

Whisky Galore – der Name ist Programm:  Uisge gu leoir heisst es auf Gälisch und bedeutet frei übersetzt “eine große Menge Whisky”.

In dieser Woche gibt es in Wien, Innsbruck und Graz Whiskypräsentationen, Vorstellungen von Destillerien, Männer in Kilts und vor allem jede Menge Whisky. Wir hatten zwei dieser Veranstaltungen in Graz und durften dabei Single Malts bis zurück in die 70er Jahre verkosten (siehe die beiden vorherigen Beiträge auf dieser Seite).

Gestern wurde in Wien noch eines draufgesetzt. Die Glenfarclas Destillerie wollte irgendwann neben ihren normalen Single Malts auch mal eine Einzelfassabfüllung auf den Markt bringen. Ein Anlass zu Ehren von John Grant I. war bald gefunden und mit 110 Flaschen aus einem 1955 Fass war das Risiko darauf sitzenzubleiben auch nicht sehr groß. Der Ansturm überraschte alle, in wenigen Wochen war auch die letzte Flasche verkauft. Grund genug, eine regelmässige Serie daraus zu machen:   Family Cask.  Ein Fass aus jedem Jahr zwischen 1952 und 1994 sollte es sein. Bei Preisen so zwischen ca. € 200,- und € 2000,- pro Flasche sicher eine Herausforderung für Sammler ;)

Im Jahrhundertbeisl in Wien hatte Mario Prinz vom PotStill gestern ein Tasting angesetzt, bei dem etwa 50 Teilnehmer aktuelle Family Cask Abfüllungen probieren konnten. Ian McWilliam, Glenfarclas Sales Executive, hatte darüber hinaus noch Fassproben mitgebracht, die für künftige Family Cask Abfüllungen vorgesehen sind.  Wir waren also die ersten Verkoster außerhalb der Destillerie, die bisher jemals diese Tröpfchen genießen durften…

Glenfarclas 2005 PotStill EditionGlenfarclas 2005 1st fill Sherry Cask, Potstill Edition 53.5%, 9y, Cask 2455 aus dem Warehouse 24:  dunkel im Glas,  intensive Oloroso-Aromen, der Nachgeschmack erinnert an Manner-Schnitten

Glenfarclas Family Cask 1996Glenfarclas Family Cask 1996, 55.6% Cask 1306: zuerst Kräuter in der Nase (Majoran?),  dann wird es fruchtig, am Gaumen leicht und kurz süß, am Ende dann etwas salzig

Glenfarclas Family Cask 1976Glenfarclas Family Cask 1976, 49.4% Cask 3111, re-fill Butt, 1st Release, sold out: sehr verhalten am Anfang, später kommen doch zarte Früchtekuchenaromen, am Gaumen von allem etwas, aber wenig und am Ende bleibt ein holziger Eindruck übrig – naja

Glenfarclas Cask Sample, 5.1.1997, Cask 1, 57.8% 1st fill Sherry butt, Erstverkostung: Vanillenase, richtig süß, Fudge, Weihnachtskekse, noch mehr Vanille am Ende – toller Weihnachtswhisky

Glenfarclas Cask Sample, 26.9.1986, Cask 3456, 55.5% re-fill Sherry butt, Erstverkostung: Kletzenbrot, süss wie ein klebriges Karamellbonbon, am Ende ist er gleich weg

Glenfarclas Cask Sample, 28.9.1979 Plain Cask Hogshead 8820, 46.4% Erstverkostung:  Marillensensation! Fruchtig, frisch, leicht trocken am Ende – macht Lust auf mehr, für viele der Whisky des Abends

Glenfarclas Cask Sample, 1963, Cask 178, 45.1%, 51y, bereits abgefüllt, wird eines der nächsten Family Casks (zum Preis von ca. £ 1.400 pro Flasche): Dunkles Gold im Glas, dunkle Schokolade am Gaumen, leicht bittere Nuss am Ende

Glenfarclas 1958Glenfarclas Cask Sample, 30.6.1958, Cask 2065, 40.2% (gerade noch legal ;) ist ebenfalls als zukünftige Family Cask Abfüllung vorgesehen (geschätzer Preis dann circa £ 1.700): Dunkler Bernstein im Glas, in der Nase zuerst Vanille-Kokos, dann Mandarine, später Rosine, Butterkekse, Pflaumen – alle paar Minuten kommt ein anderes Aroma und dann ein langes, langes, langes, Ende –  wow!

Wir sind schon gespannt, wie das im nächsten Jahr getoppt werden wird :)

Was Sie schon immer über Glenfarclas wissen wollten und nicht zu fragen gewagt haben

Seit gestern Abend wissen wir alles:

  • Alles über die Familie Grant und zwar über John, George, George, John und George
  • Alles über die Destillerie vom Warehouse No1 bis zu No24
  • Alles über jede abgefüllte Flasche in den letzten 200 Jahren
  • Und auch alles was noch kommen wird…

IanMcWilliam hat uns in Graz besucht und uns etwas mehr als 4(!) Stunden lang mit Fakten und Geschichten aus der Speyside rund um Glenfarclas unterhalten.  Das war nur möglich, weil er auch jede Menge Single Malts von zu Hause mitgebracht hatte ;)

  • Glenfarclas 8y, 40%   als Welcome Dram – gewürzig, aber sehr weich und mild
  • Glenfarclas 12y, 43%   2010 der Beste in seiner Klasse 2010, süß und sanft, einfach “easy drinking”
  • Glenfarclas 15y, 46%   Orangen im Glas, voller Körper und lange anhaltend
  • Glenfarclas 21y, 43%   Vanille und Honig, blumig-elegant, süßer trockener Nachklang
  • Glenfarclas 25y, 43%   kräuterig-fruchtig, sanft und voll, der ideale Digestif
  • Glenfarclas 30y, 43%   DAS Dessert im Glas !
  • Glenfarclas Family Cask 1971, 36y, 57.1%    Dunkel(rote)s Amber, Fruchtexplosion, extrem lange anhaltend – wahrscheinlich die letzte Flasche ihrer Art, schluchz :(

Danke Ian – es war anstrengend aber super ! Hier die Bilder dazu :

Glenfarclas Tasting - ConcentratingGlenfarclas Tasting - CheckingGlenfarclas Tasting - SelectingGlenfarclas Tasting - PresentingGlenfarclas Tasting - NosingGlenfarclas Tasting - LookingGlenfarclas Tasting - LaughingGlenfarclas Tasting - Enjoying Family Cask 1971

Tamdhu vs. Glengoyne

Ein Wettkampf?  Nein, eher muss es heißen Tamdhu und Glengoyne. Antony McCallum-Carron war in Graz und bot uns ein Whiskyseminar der Extraklasse. Tamdhu 10Tamdhu, seit etwa zwei Jahren im Besitz von IanMcLeod war mit viel Engagement wieder in Betrieb genommen worden und wir durften einen “Fresh Spirit” probieren. Mit 70% nicht gerade ein typischer Einsteiger für eine Verkostung, aber die extreme Fruchtigkeit und überraschende Milde begeisterten selbst die vorsichtigen Koster in der Runde. Ganz neu am Markt ein 10jähriger Tamdhu mit 43%, der zur Gänze in frischen Oloroso Sherry-Butts reifen durfte. Ein herausragender Malt, den man in einer Blindverkostung deutlich älter schätzen würde. Er erinnert ein wenig an die früheren Macallans, die auch oft mit Ingwer, Zimt und Honig spielten.

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Glengoyne 18Dann die Glengoynes: Zuerst der 18jährige  –  ein Single Malt einfach zum wegtrinken. Passt für jede Gelegenheit, braucht aber etwas Zeit im Glas um all seine Aromen zu entfalten. Dann aber kommt es ganz dick mit Marille und Apfel in der Nase, nussig und süß zugleich im Abgang. Das langsame Destillieren bei Glengoyne zahlt sich wirklich aus.

Wir vergleichen Cask Strength Abfüllungen: einmal der Batch 2, der extrem fruchtig und mild kommt und im Duft an Himbeeren erinnert und dann der neue Batch 3, fast brutal im direkten Vergleich mit seinen eher klassischen Sherryaromen. Trotz der über 58% in beiden Abfüllungen genügen nur wenige Tropfen Wasser, zuviel wäre schade!

Glengoyne 25Glengoyne 21 Jahre – durften wir vor einigen Jahren direkt in der Destillerie probieren und waren schon damals begeistert. Passend für die kommende Adventzeit oder wenn man Apfelstrudel mag. Viel Frucht und ein zimtiger Nachgeschmack machen süchtig.

Schließlich Glengoyne 25 Jahre. Rotgold in der Flasche. Zuerst wieder die Himbeeren, dann aber ganz stark das Aroma von süß-bitterer Orangenmarmelade. Ein endloser Abgang – dieser Single Malt spielt in einer eigenen Liga – auch preislich ;)

Glengoyne Tasting

Spezialveranstaltung am 10.November

Unter dem Titel Whisky-Galore in unserem Kalender, gibt’s am Montag, 10.November ab 19:30 im Cafe Kaiserfeld in Graz einen Whiskyabend der Superlative:

Antony McCallum-CaronAntony McCallum-Carron vom bekannten schottischen Abfüller IanMcLeod, kommt nach Graz und stellt eine Auswahl seiner Single Malts vor. Die Verkostungsreihe umfasst sechs Abfüllungen und beinhaltet neben ganz neue Kreationen natürlich auch “altbewährtes” bis hin zum 25jährigen Glengoyne. Ein außergewöhnlicher Abend mit exzellentem Whisky einmal abseits von Islay, also komplett ohne Torf und Rauch …

  • Tamdhu 10y
  • Glengoyne CS Batch 3 im Vergleich mit
  • Glengoyne CS Batch 2
  • Glengoyne 18y
  • Glengoyne 21y
  • Glengoyne 25y

Zwischendurch zur Stärkung wie immer ein kleiner Snack. Achtung: max. 30 Teilnehmer !

Weitere Details zur Anmeldung in unserem Kalender auf dieser Webseite.

Mitgliederaktion

Nach der Whiskymesse sind einige wenige Einzelflaschen unterschiedlicher Kilchoman-Abfüllungen übrig geblieben, die wir jetzt gerne an unsere Mitglieder und die Freunde des IWCA abgeben :)

Kilchoman-Machir-Bay-2014

Machir Bay 2014      € 43,-

Kilchoman-Loch-Gorm-2014

Loch Gorm 2nd       € 65,-

Kilchoman-Cask-Strength

Cask Strength         € 75,-

 

 

Kilchoman-European-Tour-2014

CS Tour Edition       € 80,-

Kilchoman-Port-Cask-2014

Port Wood              € 95,-

Kilchoman-PX-Finish-2014

PX Cask                 € 99,-

Bei Interesse bitte hier posten oder kurzes Mail an uns senden. Solange der Vorrat reicht.

 

Nachlese zur Whiskymesse – Käse und Whisky

Am Freitag Abend gab es als letzte Masterclass des ersten Messetages eine besondere Kombination –  Whisky mit Käse. Basierend auf einer Verkostungsreihe, die wir schon vor einigen Jahren bei Schärdinger in Voitsberg durchgeführt hatten, wurden diese Kombinationen angeboten und gemeinsam verkostet:

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Auchentoshan classic mit Sankt Patron, ein mit Rotkulturen verfeinerte Schnittkäse-Spezialität aus Kuhmilch

Glengoyne 12y mit Moosbacher, dem einzigen heimischen Großlochkäse, der auch oberflächengereift ist. Die doppelte Reifung verleiht ihm sein fülliges Aroma, den saftigen Biss und den feinwürzigen Duft

Bowmore Legend und der Kaisertaler Weinkäse, ein Weichkäse mit besonders geschmeidigem schmelzendem Teig. Die Naturrinde mit einem natürlichen, feinen Milchschimmelanflug verleiht dem Käse einen zarten Biss. Durch seinen mild-würzigen Geschmack bietet der Kaisertaler mit einem Stück Weißbrot zarten Weichkäsegenuss

Bunnahabhain 12y und Alpzirler, ein Schnittkäse mit elegant-würzigem Geschmack und geschmeidigem, zartschmelzendem Teig.

Dalwhinnie Distillers Edition mit Le Rosè, einem Hartkäse mit Rosé-Wein, Gewürzen und Kräutern behandelt. Danach noch Asmonte, der mit seinem würzig-kräftiges Aroma an italienischen Hartkäse erinnert, wenngleich er durch einen etwas höheren Fettanteil von 40 % F.i.T. (ca. 25 % Fett absolut) voller im Geschmack und durch die behutsame Verarbeitung des Teiges feiner und zarter ist als das italienische Pendant.

Lagavulin 16y und Dolce Bianca, ein Weichkäse aus Kuhmilch in einer einzigartigen Ringform, welcher innen aus Blauschimmel und außen aus Weißschimmel besteht. Dazu noch ein Österkron, ein würzig-kräftiger Grünschimmelkäse mit einer leicht krümeligen Konsistenz, edler Grünschimmeläderung und würzig-pikantem Geschmack. Als Draufgabe noch ein Affineur Kracher, Dieser herzhaft-würziger Edelschimmelkäse wird mit wertvoller, edelsüßer Beerenauslese aus dem Hause Kracher veredelt.

Live von der Whiskymesse in Graz

 

Hochbetrieb heute am zweiten Tag der Whiskymesse in Graz. Nachdem um 13:00 die Tore geöffnet worden waren, hatten sich die Besucher gleich auf alle Aussteller verteilt und mit dem Verkosten begonnen. Die offizielle Eröffnung des zweiten Tages, die Tanz- und Musikeinlagen gingen in dem Trubel fast unter.

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Morgen ist es soweit

Nach dem großartigen Erfolg im letzten Jahr beginnt morgen Freitag, um 15:00 die Whisky und Rum Messe 2015. Noch größer, noch interessanter mit noch mehr Programm: alle wichtigen schottischen Destillerien sind vertreten, dazu die Rumproduzenten mit ihrem karibischen Lifestyle. Schottische Musik, traditionelle Gerichte, Zigarren, ein Kabarett am Abend und schließlich eine Party mit Open-End…

KIlchoman RangeWir als Club bieten an unserem Stand heuer eine exklusive Präsentation der jüngsten Islay Destillerie Kilchoman. Nicht nur die üblichen Standardabfüllungen wird es zum Verkosten geben, auch alle heuer bereits erschienen Einzelfass- und Sonderabfüllungen können probiert werden: Coullen Point, Port Cask, 100% Islay, PX Sherry Cask finish, European Tour Edition, die neue Fassstärke und, und, …

Unseres Wissens nach ist es das erste Mal, dass es so eine große Anzahl von Kilchoman-Abfüllungen im Rahmen einer Messe zur Verkostung gibt.

Whisky und Rum 2014 im Grazer Messekongress (leicht mit den Öffis erreichbar ;)

  • Freitag, 24.10.         15:00 – open end
  • Samstag, 25.10.     14:00 – 22:00